Überschwemmungen in Südbrasilien: Ein kritischer Blick auf Uruguay

Die Lage in Südbrasilien: Ein Überblick über die Tragödie

Historischer Anstieg des Flusspegels und drohende Überschwemmungen

Nach tagelangem intensiven Regen erreichte der Wasserstand des Flusses Guaíba am vergangenen Freitag 4,50 Meter – ein Pegel, der seit 1941 nicht mehr verzeichnet wurde.

Die Tragödie in Brasilien scheint kein Ende zu nehmen. In Rio Grande do Sul hat die Zahl der Todesopfer durch Überschwemmungen bereits achtzig überschritten, mehr als 100 Personen werden noch vermisst, und 140.000 Menschen mussten evakuiert werden. Die Lage im Süden Brasiliens wird zunehmend kritischer.

Luis Nachtigall, ein Meteorologe bei Metsul, erklärte, dass diese Situation durch ein „wahres Kräftemessen zwischen einer starken Kaltluftmasse und einer außergewöhnlich warmen Luftmasse über Rio Grande do Sul“ verursacht wird. 

Globale Erwärmung und ihre Auswirkungen auf extreme Wetterereignisse

Experten zufolge verschärft die globale Erwärmung Intensität und Häufigkeit extremer Wetterereignisse, die Brasilien heimsuchen. Die Situation wird durch das Klimaphänomen El Niño verschlimmert.

Doch wie steht es um die Überschwemmungsgefahr in Uruguay?

Überschwemmungen in Uruguay

Historischer Kontext: Häufigkeit und Auswirkungen von Überschwemmungen

Überschwemmungen sind in Uruguay keine Seltenheit, besonders in Regionen nahe Wasserläufen. Nach Schätzungen der Nationalen Wasserbehörde (Dinagua) des Ministeriums für Umwelt leben derzeit 95.375 Menschen in Überschwemmungsgebieten. Ein Hochwasser wird zu einer Überschwemmung, wenn es Wohngebiete, Infrastruktur oder städtische Dienstleistungen beeinträchtigt.

Die Häufigkeit von Niederschlägen, extreme Wetterereignisse sowie die Intensität und Ausbreitung von Regenfällen sind Faktoren, die Überschwemmungen auslösen können. Überschwemmungen lassen sich in vier Kategorien einteilen: durch Überlaufen von Gewässern, durch Versagen der städtischen Entwässerung, durch Dammbrüche und durch hohe Gezeiten.

Risikogebiete: Die von Überschwemmungen bedrohten Regionen

Ein Risikokarten-Link in Uruguay, der wichtige Informationen liefert, ist auf der Webseite des Ministeriums für Umwelt zu finden: Risikokarte Uruguay.

Obwohl in Uruguay in der kommenden Woche Regenfälle erwartet werden, wie sowohl Inumet als auch AccuWeather prognostizieren, steht das Land nicht vor einer ähnlich kritischen Regensituation wie der Süden Brasiliens.

Die Überschwemmungen in Rio Grande do Sul gelten als die „schlimmste Katastrophe“ ihrer Geschichte: Warum blieb Uruguay verschont?

Andere ungeplante Folgen

Der Einfluss auf die Landwirtschaft: Schäden und Verluste in der Sojaproduktion

Die Sojapreise erreichten durch die katastrophalen Überschwemmungen in Brasilien ein Viermonatshoch. Die Aussichten für die Sojaernte in Rio Grande do Sul verschlechtern sich weiter, nachdem heftige Regenfälle die Felder überschwemmt haben. Vor der Katastrophe war Rio Grande do Sul auf dem Weg, in der Saison 2023/24 der zweitgrößte Sojaproduzent Brasiliens zu werden. Jetzt rechnet man mit potenziellen Ernteverlusten zwischen 10% und 15%.

Die staatliche Kooperative Cotrisal schätzt einen Rückgang der Sojaernte auf etwa 19 bis 20 Millionen Tonnen, und Analysten weisen darauf hin, dass der Staat etwa 5 Millionen Tonnen „gefährdete“ Soja aufgrund der Überschwemmungen hat.

Diesen Freitag wird das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die monatlichen globalen Angebot- und Nachfrageprognosen für Soja veröffentlichen. Das USDA hat die Sojaernteprognose für Uruguay erhöht. Lokal erwartet das USDA, dass Uruguay insgesamt 3,2 Millionen Tonnen Soja ernten wird, ein Anstieg von mehr als 10% gegenüber den zuvor erwarteten 2,9 Millionen Tonnen. Die Prognosen des Ministeriums für das Jahr 2025 sind noch besser, da erwartet wird, dass Uruguay 3,4 Millionen Tonnen Soja ernten wird.

Rekord an Waldbränden als Folge des Klimawandels

Offizielle Daten haben einen Rekord an Waldbränden aufgezeigt, mit mehr als 17.000 registrierten Bränden, von denen mehr als die Hälfte in der Amazonasregion auftraten. Dieses Phänomen wird teilweise durch die Auswirkungen des Klimawandels verursacht, wie die brasilianische Regierung angibt.

Diese Informationen betonen die Dringlichkeit der globalen und lokalen Reaktionen auf den Klimawandel und seine direkten sowie indirekten Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Sicherheit.

Lektionen und Perspektiven aus den Überschwemmungen

Die jüngsten Überschwemmungen in Südbrasilien und die beständige Bedrohung in Uruguay zeigen, wie kritisch es ist, auf Naturkatastrophen vorbereitet zu sein. Die Tragödie in Rio Grande do Sul erinnert uns daran, dass extreme Wetterereignisse verheerende Auswirkungen auf Leben, Infrastruktur und Wirtschaft haben können. Für Uruguay bietet die erfolgreiche Vermeidung einer ähnlichen Krise trotz ähnlicher meteorologischer Bedingungen ein Beispiel für effektives Risikomanagement und präventive Planung.

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